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Posts Tagged ‘Sprechanlässe’

Ein gutes halbes Jahr habe ich in Klasse 10 einmal pro Woche diskutiert. Hier meine Erfahrungen.

Die Idee kam am Sprechtag von einer Schülerin: Bei einer Diskussion wäre der Anreiz zur mündlichen Beteiligung besonders hoch und alle könnten sich ihren eigenen Möglichkeiten gemäß äußern.

Ich fand die Idee gut und habe mir daraufhin Gedanken gemacht, wie so eine regelmäßige Diskussionsrunde organisiert werden kann. Hier meine Vorgaben:

  • Jede Woche erklärt sich ein*e Schüler*in bereit, die Diskussion für die folgende Woche vorzubereiten und durchzuführen
  • Vorbereitung bedeutet:
    • Thema festlegen und formulieren
    • mögliche Pro und Contra-Argumente überlegen und formulieren
    • eigene Meinung formulieren können
    • Vokabelliste zum jeweiligen Thema erstellen (Vokabeln ergeben sich aus den voranstehenden Punkten)
  • Durchführung bedeutet:
    • Thema / Fragestellung an die Tafel schreiben
    • Vokabelliste allen zugänglich machen (über elektronische Tafel, Overhead, Kopie …)
    • Thema kurz auf Spanisch erläutern / mögliche Einstiegsfragen formulieren
    • Diskussion leiten und moderieren
  • Vorbereitung in der Klasse:
    • gemeinsames Erstellen einer Vokabelliste zum Diskutieren (Quizlet: https://quizlet.com/_637x2f)
    • gemeinsame Suche nach Kriterien für gute Themen

 

Meine Aufgabe ist es immer, Vokabeln an die Tafel zu schreiben, die im Laufe der Diskussion auftauchen und einzugreifen, wenn es Schwierigkeiten gibt.

Die erste Diskussion habe ich selbst vorbereitet und moderiert, um den Ablauf zu verdeutlichen und um die Diskussionsfreude der Klasse zu testen. Hier meine Vorbereitung:

Meine Erfahrungen:

  • Mit guten Themen steht und fällt die Veranstaltung
  • Einige Schüler*innen, die anfangs noch schwiegen, beteiligten sich in den folgenden Wochen zunehmend, also: Einüben ist hilfreich.
  • Erläuternde Fragen wie in meinem Superstición-Beispiel helfen einigen, andere werden durch solche optionale Fragen verwirrt
  • Dadurch, dass die Klasse die Diskussionen mitplant, ist die Bereitschaft zur Beteiligung groß
  • Hilfreich ist es, eine weitere Person zu haben, die Thema, Argumente und Vokabeln der jeweiligen Diskussion als kleines Protokoll festhält – das ist aber oft schon sehr anspruchsvoll

Ich habe nach ca. zwei Monaten eine Evaluation – ebenfalls in Form einer geleiteten Diskussion – eingestreut, bei der wir über Sinn, Unsinn und Änderungsvorschläge der Diskussion diskutiert haben:

Ich werde die Diskussionen in der diesjährigen neunten Klasse fortführen und freue mich über Kommentare und Anregungen!

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Black Stories sind Rätselgeschichten, bei denen man morbide Verbrechen aufklärt. Da man durch geschickte Fragestellungen dem Geschehen auf die Spur kommen muss, lässt sich das Spiel gut im fremdsprachlichen Unterricht einsetzen. Insbesondere die Vergangenheitszeiten werden geübt.

crime-268902_1280Ich feiere eine Wiederauflage meiner Konversations-Stunde und möchte natürlich nicht nur Ideen wiederholen, sondern Neues ausprobieren. Als tauglich getestet kann ich hier „Black Stories“ vorstellen.

Seit 2004 ist das makaber-kriminologische Fragespiel integraler Bestandteil von Klassenfahrten, Gruselparties, Jugendfreizeiten. Entweder in Teams oder einzeln versuchen die Mitspielenden, ein Verbrechen aufzuklären. Meist sind nur ein oder zwei Sätze der Ausgangspunkt für eine kniffelige, blutrünstige und schräge Geschichte, die durch Ja/Nein-Fragen rekonstruiert werden muss. Die Frage ist nicht „Wer war’s?“, sondern eigentlich immer „Was ist passiert?“.

Auf Deutsch gibt es mittlerweile neun Kartensets und etliche Special Editions (Ferien, Weihnachten etc.) sowie andersfarbige Stories, bei denen nicht Verbrechen im Mittelpunkt stehen. Auf Spanisch sind auch zwei oder drei Sets erschienen, aber in der Regel ist es einfacher, geeignete Geschichten aus dem Deutschen zu übersetzen. Zumal ich auch nicht alle Geschichten für unterrichtliche Zwecke einsetzen würde. Einige sind nichts für einen schwachen Magen, andere sind einfach zu verdreht oder nicht nachvollziehbar.

Bei vielen Geschichten stellt sich aber schnell Ratefieber ein und es werden in der Fremdsprache erstaunliche Theorien entworfen, um das Szenario zu klären.

Beispiele

1. Encontraron a una mujer matada de un tiro en su coche. La policía no encontró ningún impacto de bala en el coche aunque estaba cerrado por dentro.
Solución: El coche era un descapotable y cuando la mujer murió estaba el techo abierto. Por eso la policía no buscó impactos de bala.

2. Un hombre murió porque rompió un vidrio.
Solución: Era astronauta y una pieza de chatarra espacial chocó contra la ventana de su nave espacial. El vidrio quebró y el hombre murió asfixiado.

Grammatik: Vergangenheitszeiten und Wortschatz

Zum einen ist es natürlich eine unterhaltsame Art, die SuS zum Reden zu bringen. Darüber hinaus kann man den Gebrauch der Vergangenheitszeiten ins Gedächtnis rufen und üben. Die Verbrechen sind bereits geschehen, also muss über das Geschehene in einer Vergangenheitszeit gesprochen werden. Meistens im Imperfecto, weil es um die Abfolge einmaliger Aktionen geht (Parade-Beispiele für den Gebrauch des Indefinido). Aber natürlich kommt man ohne Imperfecto auch nicht aus.

Um zu erklären, wie es dazu gekommen ist, muss man meistens auch noch auf die Vorvergangenheit zurückgreifen, zB „Antes de morir había abierto el techo de su coche.“

Zusätzlich kann man Wortschatzarbeit machen, indem man eine kleine Liste der Vokabeln zusammenstellt, die für die ausgewählten Geschichten wichtig sind. Allerdings sollte man diese Listen nicht vor dem Raten austeilen, weil sie Hinweise enthalten könnten (zB „nave espacial“)

Die Konversationsstunde war kurzweilig und lehrreich. Ich muss mich zurückhalten, um in der nächsten Stunde nicht noch mal das gleiche zu machen, sondern mir was Neues zu überlegen 😉

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Hiermit möchte ich Werbung machen. Für ein Spiel, das sehr vielseitig einsetzbar ist, weil es einerseits denkbar wenig Vorgaben macht und andererseits viel Anregung für den Sprachunterricht in verschiedenen Stufen bietet. – Aber mehr noch mache ich Werbung für die Idee dahinter.

Bekannt ist Rotraut Susanne Berner durch ihre Wimmelbücher geworden, die bei Vorschulkindern und deren Eltern sehr beliebt sind. Sie regen an zum genauen Hinsehen, zum Geschichten erfinden und weitererzählen. Im Klett-Kinderbuchverlag ist 2009 von Berner die Wort-Schatz-Kiste „Einfach alles!“ erschienen. Das sind 150 Bildkarten mit unterschiedlichsten Darstellungen: Gegenstände, Menschen, Tiere, aber auch Tätigkeiten und Abstrakta – bunt, fantasievoll, in der Darstellung abwechslungsreich. Auf der Rückseite jeder Karte steht der dargestellte Begriff in sechs Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch und Chinesisch und dazu eine passende deutsche Redensart.

Ich habe die Kiste vor ein paar Jahren für den Erstspracherwerb meiner Tochter angeschafft, aber natürlich bieten sich die Karten auch für den Fremdspracherwerb an. Zumal sich der Einsatz nicht darauf beschränken muss, dass man die Vokabeln über Visualisierung lernt. In einem beiliegenden Heft finden sich verschiedene Ideen, wie man die Karten kreativ und motivierend einsetzen kann.

Hier eine Auswahl an Vorschlägen, die als Sprechanlässe genutzt werden können, die gezielte Wortschatzarbeit unterstützen, aber auch grammatikalische Einheiten einleiten oder die Phonetik thematisieren:

  • nach logischen Kategorien wie Ober- und Unterbegriffen einteilen
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede finden
  • passende Adjektive / Verben finden
  • Teekessel sammeln
  • Geschichten erzählen
  • Alphabet- und Buchstabenspiele
  • eigene Erfahrungen einbringen: das mag ich, das passt zu mir etc.
  • aus vier Karten eine Geschichte erzählen
  • Gedächtnisspiele
  • Reimspiele
  • Redensarten erfinden

Ich möchte dieses Spiel empfehlen. Es kostet bei amazon 24,90€. Aber eigentlich empfehle ich die Idee des Spiels, das man natürlich leicht selbst machen kann. Wer zeichnen kann, ist klar im Vorteil, aber mithilfe von frei verfügbaren Bildern oder eigenen Fotos kommt man auch zu einem eigenen, erweiterbaren Kartenset.

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