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Posts Tagged ‘Lesung’

„Kleine Lektüren großer Autor*innen“ – Unter dem Titel haben die Bibliotheken des Instituto Cervantes in Deutschland spanischsprachige Autorinnen und Autoren eingeladen, zum gestrigen Welttag des Buches (23.März) online aus ihren Werken zu lesen.

In aller Kürze stellen sich sieben AutorInnen aus Spanien, Mexiko und Uruguay vor, gehen darauf ein, wie sie die aktuelle Ausgangssperre erleben und lesen dann einen kleinen Ausschnitt aus einem ihrer Bücher. Die kleinen Lesungen (jeweils zwischen drei und fünf Minuten) sind auf YouTube nachzuhören.

Jede Lesung ist natürlich eine Literaturempfehlung und macht Lust auf die Lektüre. Darüber hinaus vermitteln die Lesungen, wie so viele Online-Veranstaltungen in diesen Tagen, das Gefühl, dass wir alle gemeinsam in dieser Situation sind und lassen uns virtuell ein Stück näher zusammen rücken.

Und für den Online-Unterricht?

  • Da die einzelnen Beiträge sehr kurz sind und spanische Untertitel haben, eignen sie sich für fortgeschrittene SuS zum Training des Hör-Seh-Verstehens.
  • Natürlich lassen sich daraus gut kleine Aufgaben stricken: Z. B. suchen sich die SuS (einzeln oder in Gruppen) einen der Beiträge aus, recherchieren über den Autor / die Autorin und suchen weitere Informationen über den Titel.
  • Die Ergebnisse können entweder schriftlich formuliert werden (in der Gruppe als kollaboratives Dokument) oder ebenfalls als 3-Minuten-Video erstellt werden.
  • Man könnte im Sinne des selektiven Verstehens den Fokus z. B. auf die Pandemie legen und aus jedem Video nur die Informationen heraussuchen lassen, die wir über die aktuelle Situation des Autors oder der Autorin während der Ausgangssperre erfahren und dann die einzelnen Aussagen miteinander vergleichen lassen.
  • Oder man pickt sich ein Video heraus und geht mehr in die Tiefe: Fernando Aramburu liest beispielsweise eine Textstelle, die die er selbst als „homenaje a mi lengua materna“ bezeichnet. In den Zeilen erwähnt er spanischsprachige Autoren und geographische Regionen und verwendet Metaphern und Anspielungen auf literarische Werke. Man könnte eine Aufgabe formulieren, in der die SuS Informationen über die genannten Autoren und Gegenden sammeln sollen. Noch etwas anspruchsvoller wäre der Versuch, den einzelnen Metaphern und Anspielungen auf die Spur zu kommen und zu erklären, was der Autor hier eigentlich über die spanische Sprache sagen will.

Die Namen der vertretenen AutorInnen: Pablo d´Ors, Antonio Ortuño, Rosa Ribas, Javier Cercas, Jorge Zepeda, Fernando Aramburu und Mercedes Rosende

Ankündigung auf der Seite des Instituto Cervantes

Nachzuschauen auf YouTube

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In einer kleinen Gruppe erarbeitet der LK das Abiturthema „Chile“

Für das erste Wochenende nach den Ferien (14./15.Januar) hatte ich Urs Fiechtner eingeladen. Urs Fiechtner ist Schriftsteller und als Menschenrechtler in verschiedenen Menschenrechtsgruppen aktiv; die Schwerpunkte seines Interesses sind Geschichte und Menschenrechte in Lateinamerika.

Fiechtner schreibt nicht nur, sondern er will die Literatur (seine eigene sowie die der anderen) dem Publikum nahebringen, indem er zu Lesungen und Konzert-Lesungen einlädt. Ein jüngeres Publikum spricht er gezielt an mit seinen Gesprächen und didaktischen Einheiten zu speziellen Unterrichtsinhalten für alle Klassenstufen.

Wir hatten gemeinsam drei Veranstaltungen geplant: Zunächst gab es eine allgemeine Einführung zu den Aspekten und Problemen Lateinamerikas für die Klasse 9 (4. Lernjahr Spanisch). Dabei hat Fiechtner viele Aspekte in chronologischer Abfolge angerissen, die entweder bereits im Unterricht angeklungen waren, oder aber die Schülerinnen und Schüler nun neugierig machten. Meistens hat er dabei Deutsch gesprochen, weil die Vermittlung von Inhalten im Idealfall das Interesse aller wecken sollte. So war auch gewährleistet, dass es keine Scheu von Seiten der Schüler/innen gab, Rückfragen zu stellen und zu interagieren.
Ein zweiter Workshop wandte sich an die Schülerinnen und Schüler der elften und zwölften Stufe, die Spanisch im Prüfungskurs belegt hatten. Hier war das Thema Chile und es wurde meistens Spanisch gesprochen.
Dabei vermischten sich – wie auch in den Abiturthemen selbst – geschichtliche Erzählung, sozio-kultureller Hintergrund und literarische Umsetzung.

Bei der abendlichen Lesung in der Aula

Die dritte Veranstaltung war der gesamten Schule zugänglich. Fiechtner las am Abend aus seinen Texten. Dabei gelang es ihm, eine besondere Stimmung zu erzeugen: Die Schüler/innen aller Altersstufen lauschten aufmerksam den Gedichten und einer Kurzgeschichte.

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Urs M. FiechtnerIch hatte bisher erst einmal die Gelegenheit, eine Lesung von Fiechtner mitzuerleben. Zu dem Zeitpunkt arbeitete ich noch nicht als Lehrerin. Aber die Möglichkeit, solche Darbietungen in den Unterricht einzubinden, machte das Lehramt für mich umso interessanter.

Fiechtner wurde 1955 in Bonn geboren und wuchs in Chile auf. Noch als Schüler ging er zurück nach Deutschland, wo er  1976 die interkulturelle Autorengruppe 79 gründete und mit 21 Jahren sein erstes Buch heraus: eine Lyrikanthologie über Freiheit und Zivilcourage, die ein Erfolg wurde. Seitdem sind zahlreiche Lyrik- und Prosabände erschienen, viele davon in Zusammenarbeit mit Sergio Vesely oder anderen Mitarbeitern der Autorengruppe. Fiechtner schreibt Lyrik wie Prosa bis hin zu Interpretationen indianischer Überlieferungen, historischen Erzählungen, dokumentarischen Skizzen, Satiren, Übersetzungen, Jugendbüchern oder Literatur-&-Musik-Aufnahmen.

Fiechtner kann bei seiner Arbeit auf zwei Sprachen und zwei Kulturkreise zurückgreifen, was Inhalt und Sprache seiner Texte gleichermaßen bereichert. Ebenso prägend für seine Arbeit wie die literarischen Wechselwirkungen von Formen und Kulturen ist für Fiechtner die Verbindung von Literatur und Musik.

So lebendig und ausschlaggebend diese Brückenschläge auch für die Form der Werke Fiechtners sind, steht für mich das Bewusstsein hinter der inhaltlichen Botschaft doch im Vordergrund. Auf seiner offiziellen Homepage werden als Schlagworte für seine Texte amnesty international, Asyl, Diktatur, Folter, Menschenrechte, Indigene Völker/Indianer, Krieg, Menschenrechtsorganisationen, Rassismus, Toleranz, Widerstand und Zivilcourage aufgeführt.

Und das Beste – das, worauf ich eigentlich hinaus wollte: Ein fester Bestandteil von Urs M. Fiechtners Schaffen sind seine Veranstaltungen für Schulklassen.

Fiechtner liest vorzugsweise für Schüler/innen der Klassen 9-13 , bei vorangegangener Lektüre auch für 8. Klassen (alle Schularten). Themen und Gestaltung werden in Absprache mit den Lehrern der Altersgruppe und dem Unterrichtszusammenhang angepasst.

Mehr zu den Konditionen seiner Lesungen finden sich auf der Seite von Menschenrechte in der Schule

Ich werde mich auf jeden Fall um eine Lesung im Unterricht bemühen und dann hier berichten.

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