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Archive for the ‘Politik’ Category

Landeskunde aktuell: Im Süden Chiles erledigen zur Zeit Schülerinnen und Schüler die Hausaufgaben auf den Dächern ihrer Wohnhäuser.

Während bei uns die meisten Schülerinnen und Schüler wieder die Schulen besuchen, wird in Chile noch zu Hause gelernt. Auch dort werden der Unterricht sowie die Seminare der Universitäten über Zoom und andere Plattformen durchgeführt. Insbesondere in den ländlichen Gebieten im Süden des Landes ist die Netzabdeckung jedoch in Teilen so schlecht, dass die Schüler_innen und Studierenden auf die Dächer steigen, um von dort aus dem Unterricht bewohnen zu können. In Chile beginnt zur Zeit der Winter, und der Süden ist eine regenreiche Region, so dass viele mit Decken und Regenschirmen auf den Dächern sitzen.

Der Artikel ist kurz und bietet Gelegenheit, zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten aktuell die Jugendlichen in anderen Ländern umgehen müssen, vielleicht finden sich auch Parallelen zu der Situation einiger Schüler_innen im Kurs.

Wenn man weitergehen will, kann man die betroffene Region auf der Karte suchen lassen (¡ojo! Es gibt auch ein San Ramon in der Nähe der Hauptstadt Santiago, hier ist aber explizit von San Ramón in der Región La Araucanía die Rede) und über die Bevölkerungsstruktur Chiles und die Chancengleichheit sprechen.

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Das Museum of Latin American Art in Long Beach, Kalifornien, zeigt zur Zeit eine eindrucksvolle Ausstellung über Arpilleras, gestickte Bilder, die während der Chilenischen Diktatur eine besondere Funktion hatten – und sie ist online zugänglich.

„Arpilleras sind wie gemalte Lieder“ sagte Violeta Parra, eine chilenische Sängerin und bildende Künstlerin. Die Wandbilder sind aus farbenfrohen Stoffresten genäht und gehören zur typisch chilenischen artesanía, zum Kunsthandwerk. Sie dienen allerdings nicht nur als Wandschmuck, sondern haben traditionellerweise eine politisch-gesellschaftliche Funktion: Die unter dem Militärregime nach dem Staatsstreich 1973 entstandenen Bilder erzählen von Unterdrückung, Verfolgung, Gewalt und Willkür und waren als subversiv und aufrührerisch offiziell verboten. Die Ausstellung zeigt Arpilleras, erklärt die Bilder und setzt sie in den politischen und historischen Kontext von Putsch und Diktatur.

Online-Unterricht

Wer im Unterricht vielleicht schon über Chile gesprochen hat, hat hier eine tolle Gelegenheit, mit diesen speziellen und authentischen Ressourcen das Thema zu vertiefen. Die Erläuterungen sind auf Englisch. Das könnte man dazu nutzen, die Inhalte ins Spanische sprachmitteln zu lassen.

Die Ausstellung teilt sich in folgende Abschnitte:

  1. September 11, 1973
  2. Aftermath
  3. Organized Resistance
  4. MEMCh (Movement for the Emancipation of the Chilean Woman)
  5. Arpilleras Today

Drei der Sektionen sind mit Video-Material angereichert und auf jeder Seite sind thematisch relevante Lieder zu hören.

Mögliche Aufgabenstellungen

  • Man könnte die SuS auf der Seite stöbern und Kommentare schreiben lassen (z. B. einen Blog-Artikel mit dem kostenlosen und anonymen Webtool telegra.ph)
  • Oder man beschränkt sich auf einen Teil der Ausstellung, oder sogar auf einige wenige Arpilleras um bestimmte Themen behandeln zu lassen.
  • Denkbar wäre auch, dass die SuS sich jeweils eine Arpillera aussuchen, eine Bildbeschreibung machen und/oder das Dargestellte mit dem historischen Kontext in Verbindung bringen.
  • Möglich ist auch eine Recherche bezüglich der Lieder, die auf den Seiten verlinkt sind.
  • Der Ausstellungstitel beinhaltet den Begriff der „memoria“. Da das Konzept der Erinnerungskultur den SuS vertraut sein wird, könnte man hier den Transfer zur Geschichtsaufarbeitung in Chile herstellen.
  • Sprachmittlung für einen spanischen Freund/Freundin, die Fragen hat:
    • ¿Qué tienen que ver los arpilleras con la dictadura chilena?
    • ¿Por qué se menciona las mujeres en el título de la exposición?

Link zur Online-Ausstellung

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Der Artikel zum ist jetzt schon fünf Wochen alt, wird aber wohl noch eine ganze Weile sehr aktuell bleiben. Es handelt sich um einen Erste-Hilfe-Plan für die Ad hoc-Umstellung auf Online-Lehre.

Dr. Anja C. Wagner, Fachfrau für innovative Bildung, kreative Trendsetterin für den Bereich globaler Transformation im digitalen Wandel und selbsternannte „Bildungsquerulantin“ hat Mitte März aus aktuellem Anlass Empfehlungen für Bildungseinrichtungen zusammengestellt – zur groben Orientierung und als Leitplanken für die kommende Zeit.

Der Artikel „Wie geht Online-Lehre quick and dirty?“ strukturiert übersichtlich und nachvollziehbar die Gedanken und Schritte in der Umstellung auf Online-Unterricht in einer Schule oder Hochschule. Insgesamt richtet sie sich dabei eher an die Administratoren und Unterrichtsplaner, trotzdem würde ich den kurzen Text allen empfehlen.

Speziell an uns LehrerInnen, die wir die Dinge umsetzen müssen, richtet sich der Abschnitt „Regelbetrieb“, in dem Anja C. Wagner erklärt, wie man einen Tag Online-Unterricht strukturieren kann. Dabei geht es nicht um konkrete Aufgaben oder Apps, sondern um die Organisation des Unterrichts.

Erhellend fand ich zum selben Thema das Interview mit Anja C. Wagner im Soziopod: https://youtu.be/vUgCclcb_J4

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„See how people really live.“ So überschreibt das Projekt „Dollar Street“ seine Website. In einem ständig fortlaufenden Prozess werden Bilder von Menschen auf der ganzen Welt gesammelt, welche die Lebensbedingungen in Abhängigkeit der Nationalität und des Einkommens möglichst anschaulich dokumentieren sollen.

„Ersetzen Sie den Sombrero durch Dollar Street!“ So fordert Hans Rosling, der Autor des Sachbuch-Bestsellers Factfulness (2018) Lehrerinnen und Lehrer auf, die Website Dollar Street in ihren Unterricht einzubeziehen.

Die Idee hinter dem Projekt ist es, zu zeigen, dass es viele Ähnlichkeiten zwischen Menschen auf der ganzen Welt gibt. Beim Betrachten der Bilder finden wir viel Vertrautes über die Kulturen hinweg.

Die Seite enthält aktuell über 30.000 Fotos von 264 Familien in 50 Ländern. Die Fotos zeigen Alltagsgegenstände wie beispielsweise Zahnbürsten, Schuhe, Herde und Türschlösser. Sortiert sind die Familien und ihre Haushalte entsprechend dem Monatseinkommen, das der Familie zur Verfügung steht.

Die Fotos können auf unterschiedliche Weise dargestellt und sortiert werden: Man kann sich z. B. Haushalte mit unterschiedlichem Einkommen eines Landes, eines Kontinents oder weltweit anzeigen lassen; man kann einen Haushaltsgegenstand in verschiedenen Haushalten vergleichen; man kann sehen, wie Familien mit demselben Einkommen in verschiedenen Ländern leben.

Dabei gibt es Aufnahmen, die Aufschluss über den technischen Standard geben, wie z. B. die Netzschalter:dollarstreet netzschalter

Dabei sind die Familien immer von links nach rechts nach ihrem Einkommen in aufsteigender Reihenfolge sortiert.

Ungeachtet des Namens der Seite wird deutlich, dass Geld nicht alles ist. Es gibt Bilder, die die menschlich-emotionale Dimension verdeutlichen: wunderbare „Familien-Schnappschüsse“, „Dinge, von deren Besitz ich träume“ oder „Spielzeug“:

dollarstreet spielzeugZunächst möchte ich diese Seite gerne teilen und verbreiten, weil ich sie beeindruckend und lehrreich finde. Die ungewöhnlichen Einblicke in unterschiedlichste Familien und Lebensumstände haben mich sehr berührt.

Darüber hinaus denke ich, dass Rosling recht hat, wenn er sich von Lehrer*innen wünscht, im landeskundlichen Teil ihres Unterrichts überholte Stereotypen wie „den Sombrero“ einzutauschen gegen echte Menschen und ihre Leben.

Was kann das für den Spanischunterricht bedeuten? 

Aus dem spanischsprachigen Raum sind Familien aus Spanien, Bolivien, Kolumbien, Mexiko und Peru zu sehen. Man kann diese Bilder nutzen für Landeskunde Spaniens oder Lateinamerikas und die SuS selbständig die Möglichkeiten dieser Seite entdecken lassen. Oder man gibt ganz konkrete Aufgaben, wie z. B.

  • Vergleiche die Zahnbürsten, Radios und Haustüren der ärmsten und der reichsten Familien in Lateinamerika. (Hier kann man prima den Komparativ und Superlativ üben.)
  • Bilder der Rubrik „Cosas que sueño tener“ anschauen und Konditionalsätze bilden: Si tuviera dinero …
  • Bilder der Rubrik „Las cosas importantes que planeo comprar pronto“ betrachten und Sätze im Futuro oder Futuro inmediato bilden lassen.
  • Bilder der Rubrik „Muebles comprados recientemente“ ansehen und Sätze im Pretérito perfecto bilden lassen (ggf. wegen der Gleichförmigkeit von „han comprado“ noch ergänzen mit „… y ahora pueden …“)
  • Vergleiche die Herde in Kolumbien mit denen in Spanien. (Leider gibt es bisher noch keine Fotos aus deutschen Haushalten.)
  • Die Rubrik
  • Beschreibe Straßenansichten aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas.
  • Beschreibe 6 Gegenstände einer mexikanischen Familie.
  • Die Seite kann man sich auf Spanisch anzeigen lassen, dann können anhand der Haushaltsgegenstände, die alle beschriftet sind, Vokabeln gelernt werden.
  • Kreative Texte schreiben lassen: einen Brief, Tagebucheintrag oder eine Geschichte aus der Perspektive einer Person aus einer bestimmten Familie schreiben lassen.
  • Macht Fotos aus eurem eigenen Haushalt und vergleicht die Bilder.
  • Oder man verwendet einzelne Bilder der Seite für eigene Aufgaben.

Wichtig zu wissen: Das Material (Texte und Fotos) ist unter der Creative Commons Lizenz 4.0 lizensiert, das heißt, dass du die Bilder weiterverwenden, bearbeiten und teilen darfst.

Unter dem Menüpunkt „Wie kann ich helfen?“ findet man verschiedene Möglichkeiten, zum Projekt beizutragen: unter anderem Fotos machen, Texte schreiben und übersetzen. So etwas könnte man als Projekt für einen Kurs anbieten.

Speziell als Lehrer*in kann man beitragen, indem man Unterrichtsmaterialien ausprobiert oder eigene entwickelt. Diese Materialien habe ich mir noch nicht angesehen, Informationen dazu finden sich auf der Site der unabhängigen schwedischen Stiftung Gapminder.

Allerdings …

Sicherlich muss man immer wieder darauf hinweisen, dass die Familien zufällig ausgewählt wurden. Dollar Street hat nicht den Anspruch, repräsentative Bilder zu zeigen. Es sind Bilder von Familien, die sich einverstanden erklären, ihr Zuhause zu zeigen und es ist eine Zufallsauswahl. Eine Familie, die für ein Land am rechten Ende der Dollar Street steht, ist deshalb nicht die Familie mit dem höchsten Einkommen des Landes, sondern eben nur von denjenigen, die sich haben fotografieren lassen.

Außerdem finden sich keine Zeitangaben, die besagen, wann die Bilder aufgenommen wurden. Ich konnte daher auch nicht feststellen, ob tatsächlich weiterhin Bilder eingestellt werden.

Trotz dieser Einschränkungen ist Dollar Street eine facettenreiche Seite und bietet eine große Menge an Material. Sicher fallen euch noch ganz andere Möglichkeiten der Nutzung ein.
Ich würde mich freuen über eure Ideen in den Kommentaren!

 

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Die chilenische Serie „Una historia necesaria“ verarbeitet in 16 Kurzfilmen die Schicksale von Menschen während der Militärdiktatur. Die Episoden basieren auf Berichten von Hinterbliebenen und offiziellen Dokumenten und behandeln in jeweils ca. 5 Minuten verschiedene Aspekte des totalitären Regimes unter Augusto Pinochet.

In der Stufe 11 arbeite ich dieses Schuljahr ohne Lehrbuch und ich probiere verschiedene Themen und unterschiedliches Material aus. Zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien haben wir über die chilenische Militärdiktatur gesprochen. Einen ersten Zugang bildete eine stark verkürzte Version des cuento „La composición“ von Antonio Skármeta. Von da aus haben wir uns über einige Sachtexte die wesentlichen Hintergrundinformationen und das entsprechende Vokabular erarbeitet (siehe den Post „Arbeiten mit Mindmaps„).

So vorbereitet, habe ich eine Folge der Kurzfilm-Reihe „Una historia necesaria“ gezeigt. In nicht einmal vier Minuten wird erzählt, wie der 26jährige Jorge D’Orival zum letzten Mal von seiner Familie gesehen wird. Angehörige der DINA bringen ihn, von Folter bereits deutlich gezeichnet, zu seinem Haus. Die verzweifelte Mutter darf ihren Sohn wenige Minuten im Auto der Geheimpolizei sehen. Dann schlägt man der Mutter vor, den Sohn gegen seinen Bruder Antonio auszutauschen. Gleichzeitig sieht man, wie es Antonio gelingt, über die Gartenmauer des Hauses zu entkommen. Die Episode zeigt das Vorgehen der DINA: Menschen werden unter Druck gesetzt, emotional erpresst, ihre Gefühle ausgenutzt und Familienmitglieder gegeneinander ausgespielt.

Ich habe die Episode einmal ohne Untertitel gezeigt, erste Kommentare gesammelt und sie dann ein zweites Mal mit spanischen Untertiteln gezeigt. Nach Klärung des Inhaltes habe ich einige Minuten offen diskutieren lassen. Sowohl der Inhalt als auch filmische Techniken wurden kommentiert; im Anschluss habe ich etwas zur Produktion erzählt.

Der nächste Arbeitsschritt bestand darin, ein Resumen der Folge anzufertigen. Die von Prosatexten bekannte (und an der Kurzgeschichte „La composición“ beispielhaft geübte) Textsorte musste auf den Kurzfilm übertragen werden.

Möglichkeiten, mit der Episode weiterzuarbeiten

  • In einem spielfreudigen Kurs kann man eine an das Geschehen des Films anschließende Szene spielen lassen, in der die zurückgebliebenen Familienmitglieder sich unterhalten.
  • Die SuS können in einem testimonio die Geschichte rückblickend aus der Perspektive der Mutter, der Schwester oder des Bruders erzählen. (Die Bedeutung des „testimonios“ sollte hier vorher besprochen werden.)
  • SuS können den Namen des Opfers Jorge D’Orival recherchieren oder die Namen der Täter, die am Ende der Episode gezeigt werden.

Man kann eine der kurzen Folgen auch für eine Klausur verwenden Ich habe zu Beginn der Klausur die Folge 13 zwei Mal mit Untertiteln gezeigt und dann mit der Aufgabenstellung ein Transkript der Episode verteilt. Mögliche Aufgabenstellungen: Anfertigung einer Zusammenfassung; Fragen zum Seh-Hör-Lese-Verstehen; kreative Aufgabe.

Informationen zur Serie

Die Serie ist erstmalig am 11. September 2017 im chilenischen Fernsehen ausgestrahlt worden, genau 44 Jahre nach dem Militärputsch. Im Oktober 2018 erhielt sie einen Emmy International. Der Regisseur Hernán Caffiero hat in den 16 voneinander unabhängigen Episoden unterschiedliche Perspektiven und Ausschnitte seines Sujets gewählt. Zwar geht es immer um Opfer, aber mal steht ihre eigene Geschichte im Vordergrund, mal die der Hinterbliebenen. Mal geht es um die Suche nach den Verschwundenen, mal darum, wie ein Weiterleben möglich ist, mal um die Aufklärung Jahrzehnte später. Manche Episoden sind voll von expliziter Gewalt und Sadismus, andere fokussieren mehr oder weniger subtil die psychische Grausamkeit und das perfide systematische Vorgehen der Geheimpolizei – und die Auswirkungen auf Familien und die gesamte Gesellschaft.

In einem Interview betont Caffiero die „la necesidad que todavía tenemos como sociedad de hacernos cargo de nuestra historia, no sólo para quienes la vivimos, sino que principalmente para aquellos que no, y por ende, no han proyectado emocionalmente lo que la dictadura significó para Chile“ (nachzulesen in El mostrador). Das hebt einen bestimmten Umgang mit der eigenen Geschichte hervor, den im Unterricht zu thematisieren, sich ebenfalls lohnen würde.

Episoden, die sich zur Vertiefung bestimmter Aspekte eignen

Episode 4: Einem jungen Rekruten der FACH (Fuerza Aerea de Chile) wird es zum Verhängnis, dass er Verhafteten hilft.

Episode 5: Die Episode zeigt zum einen die Willkür der Verhaftungen und zum anderen, wie die Trauer der Hinterbliebenen mit Füßen getreten wird.

Episode 13: Aus der Perspektive eines jungen Mädchens wird die Suche nach dem Vater gezeigt.

Episode 16: Im Mittelpunkt steht Ana Gonzalez, die nach dem Verschwinden ihrer Tochter und ihres Mannes ihren Enkel aufzieht. Sie ist für den Rest ihres Lebens auf der Suche nach ihrer Tochter, nach der Wahrheit und nach Gerechtigkeit. Sie ist dabei nicht allein, sondern Teil der Bewegung „¿Dónde están?“, in der unzählige Chilenen nach den Detenidos Desaparecidos suchen.

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Im Anschluss an das erste Kapitel des Romans und inhaltlich daran anknüpfend habe ich zwei Doppelstunden lang das Thema der ersten Wahlen nach dem Franquismo behandelt.

Der Wahlkampf bei Delibes

Bei der Besprechung des ersten Kapitels sind wir ja bereits auf unterschiedliche Stile des Wahlkampfs gestoßen:

  • la propaganda a lo Kennedy
  • la propaganda con pocas palabras, con palabras sencillas (estilo Víctor)
  • la propaganda de otros partidos
  • dirigirse a cada uno (con una carta al elector)
  • el uso excesivo de carteles

Ich habe die SuS Stellen sammeln lassen, die Víctor als Politiker und seine Art des Wahlkampfes bereits im ersten Kapitel charakterisieren. Dazu gehören insbesondere:

  • „pocas palabras“
  • „palabras sencillas“
  • „que vote el elector“
  • „que no tenga miedo“
  • „que lo haga en conciencia“

Aber dazu gehört auch Víctors unaufgeregte, bedächtige Art. Im Vergleich mit Arturo fällt auf, dass Víctor sich nicht gerne in den Vordergrund spielt, und eine sehr zugewandte, menschenfreundliche, und unvoreingenommene Art hat, die Dinge anzugehen. Das erkennen SuS schnell durch die anderen Figuren, von denen Víctor sich abhebt. (Im Verlauf der Geschichte wird diese Haltung bei der Begegnung mit Señor Cayo noch deutlicher zum Tragen kommen.)

„Habla pueblo habla“

Dann haben wir das Lied „Habla pueblo habla“ (siehe YouTube oben) mehrmals gehört, den Text erklärt, besprochen und analysiert. Einzelne Begriffe mussten besprochen werden: „las huellas del rencor“, „la fuerza de tu voz“, „¿Quién puede obligarte a callar?“, „habla sin temor“, „no dejes que nadie / apague tu voz“, „no dejes que nadie / decida por ti“.

  • Besonders das Wortfeld „Stimme/sprechen/schweigen“ fällt ins Auge und die Metaphern müssen gedeutet werden. Für die einzelnen Formulierungen haben wir Beispiele aus dem geschichtlichen Kontext gesucht und sie so mit Leben gefüllt.
  • Zur Fragestellung „Was soll das Lied erreichen?“ haben wir Antworten an der Tafel gesammelt. Dabei wurden die Parallelen zu Víctors Absichten sehr deutlich.

Das Lied gehört ohnehin zu den Pflichtlektüren. Es ist aber auch ein Ohrwurm und das Video mit den Sequenzen, in denen das Lied im Studio eingespielt wird, wirkt heute liebenswert unprofessionell. Es ist allerdings wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Lied nicht Bestandteil des Wahlkampfes selbst war, sondern ein halbes Jahr vorher die Menschen motivieren sollte, sich am Referendum zu beteiligen, um die Wahlen überhaupt erst möglich zu machen. Trotzdem ist die Stimmung und die Intention natürlich gut vergleichbar. Es geht in beiden Fällen um die Meinungsfreiheit, um den Mut sich einzumischen und um die Überwindung der vergangenen 40 Jahre.

Besonders die enge Parallele zum Buch und zur Figur des Víctor hat mir und auch den SuS an dieser Stelle gut gefallen.

Weitere Artikel zu „El disputado voto del señor Cayo“:

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Leitfragen zum sechsten Kapitel der abiturrelevanten Lektüre “Un viejo que leía novelas de amor”.

cap6Das sechste Kapitel ist ähnlich aufgebaut wie das vorherige: Zunächst erfahren wir etwas über den beschaulichen Alltag von AJB mit seinen sorgfältigen Ritualen. Dann bricht in diesen Alltag von außen die Handlung herein.

AJB y su lectura

  • Explica las frases siguientes: „Le pareció muy acertado que el autor definiera a los malos con claridad desde el principio. De esa manera se evitaban complicaciones y simpatías inmerecidas.“
  • ¿Qué nos dice sobre Antonio como hombre?
  • ¿Qué nos dice sobre Antonio como lector?
  • ¿Qué pasa si un personaje de novela nos habla sobre sus costumbres como lector y sobre libros?

Matar la acémila

p.99 l. 17: „Los machetes actuaron certeros bajo la lluvia. Entraban en las carnes famélicas, salían ensangrentados y, al disponerse a caer de nuevo, venciendo la resistencia de algún hueso, estaban impecablemente lavados por el aguacero.“

  • Analiza el párrafo (recursos estilísticos).
  • ¿Para qué sirve el ritual de matar la acémila y repartir la carne?
  • Explica la frase: „… entiendo que la gentileza del gordo lo inscribía  en la partida“. (p. 100 l. 2)

El realismo de Luis Sepúlveda

  • Mira el párrafo de los machetes („Los machetes actuaros certeros bajo la lluvia. …“) y el párrafo donde AJB vuelve a su choza con el pedazo de hígado („Con el pedazo de hígado caliente en la mano regresó a la choza, …“). Describe el estilo. ¿Te parece realista? ¿Por qué o por qué no?
  • ¿Qué efecto tiene el estilo sobre el lector?
  • Busca otros pasajes semejantes.

Sobre Antonio José Bolívar

  • „Malhumorado, se puso la dentadura postiza y masticó los secos pedazos de hígado.“ (p. 100 l. 21/22) > ¿Por qué se menciona la dentadura postiza? ¿Qué función tiene? Busca otras ocaciones en que se menciona la dentadura postiza.
  • ¿Qué es lo que Antonio realmente desea y por qué?
  • Explica la escena cuando los gringos entraron en la choza de AJB y uno de ellos quiere llevarse el retrato de Antonio con su mujer. ¿Por qué Antonio recuerda ese incidente?
  • ¿Qué función tiene el último párrafo del capítulo?

Leitfragen zu Kapitel 1
Leitfragen zu Kapitel 2
Leitfragen zu Kapitel 3
Leitfragen zu Kapitel 4
Leitfragen zu Kapitel 5

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Leitfragen zum fünften Kapitel der abiturrelevanten Lektüre „Un viejo que leía novelas de amor“.

cap5Besonderes Augenmerk verdient auch hier wieder der Anfang des Kapitels. Dort werden Gewohnheiten, Erinnerungen und Überlegungen von AJB eng miteinander verwoben.

Ich habe die ersten 10 Abschnitte, also bis zum Einsetzen der Handlung in der Gegenwart der Erzählung („Así lo hizo esa mañana“) genauer untersuchen lassen. Aufgabe war dabei die Einteilung in Abschnitte. Die Einteilung in „Gewohnheit, Erinnerung, Überlegung“ kann vorgegeben werden, ich haben meinen SuS vorgeschlagen, die einzelnen Abschnitte in einer Tabelle nach den Kategorien „acción – descripción“, „interno – externo“ und „presente – pasado“  zu klassifizieren. Das sensibilisiert in Bezug auf die verschiedenen Ebenen von Erzählung, denen wir hier begegnen.

Mit dem Satz „Así lo hizo esa mañana“ knüpft der Text wieder an die eigentliche Handlung der Erzählung an.

Der tote Goldsucher

Im größten Teil des Kapitels wird nun die Handlung vorangetrieben. Die Ankunft des toten Goldsuchers in einem Kanu erhöht den Druck auf den Bürgermeister. Er versucht das zwar zu ignorieren, aber AJB führt nicht nur ihm, sondern auch den Dorfbewohnern die drohende Gefahr vor Augen. Das Gespräch spiegelt eine wichtige Etappe innerhalb des Machtkampfes wider, den beide Männer untereinander ausfechten.

  • Analiza la conversación entre AJB y el alcalde. Muestra un desarrollo a lo largo de la discusión.
  • Describe la reacción de los lugareños que presencian la conversación.
  • Interpreta el último párrafo del capítulo.

Regen, Schnee und Eis

Zur Thematik der Naturgewalten schlägt Doris Lessig in „Un drama en la selva amazónica“ (Materialien zum Roman von Luis Sepúlveda) den Vergleich mit einem Paralleltext vor. Sie vergleicht die Beschreibungen des den tropischen Regens und die Passage über AJBs Faszination für den Schnee bei Sepúlveda mit Passagen aus „Cien años de soledad“ zu Eis und Regen.

Zur Bearbeitung lässt Lessig semantische Felder bilden, was ich sehr gut im Unterricht umsetzen konnte. Auch wenn die SuS bisher noch nicht mit semantischen Feldern gearbeitet haben, kann man dieses Vorgehen hier gut einführen. Einige der weiteren Aufgaben bei Lessig führen meines Erachtens zu weit. Ich würde enger an den Texten bleiben und zB eine vergleichende Stilanalyse (Márquez – Sepúlveda) empfehlen. Auch ohne den lateinamerikanischen magischen Realismus im Unterricht behandeln zu müssen, sollten die Unterschiede zwischen der phantastischen Schilderung bei García Márquez und der realistischen bei Sepúlveda deutlich werden.

Allerdings sind die Textpassagen von García Márquez schwierig zu lesen und könnten SuS überfordern. Eventuell muss man weiter kürzen und mehr Vokabeln zur Verfügung stellen. Gerade bei schwächeren Kursen würde ich aber empfehlen, auf eine deutsche Übersetzung von „Cien años de soledad“ zurückzugreifen. Dann kann man zB Original und Übersetzung nebeneinander präsentieren; stärkere SuS können das als Herausforderung verstehen, andere haben den deutschen Text und können sich auf den Inhalt konzentrieren. Prinzipiell halte ich es für sinnvoll, die Darstellung anhand eines anderen Textes zu ergänzen und zu kontrastieren. Und die Ausschnitte von Márquez eignen sich sehr gut.

Literaturangabe

  • Doris Lessig, Un drama en la selva amazónica. Romanistischer Verlag, Bonn: 1997. Sinnvolles Material zum Roman mit vielen Ideen und Anregungen. Einige Texte sind allerdings mittlerweile veraltet.

Leitfragen zu Kapitel 1
Leitfragen zu Kapitel 2
Leitfragen zu Kapitel 3
Leitfragen zu Kapitel 4
Leitfragen zu Kapitel 6

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Leitfragen zum vierten Kapitel der abiturrelevanten Lektüre „Un viejo que leía novelas de amor“.

cap4aDas vierte Kapitel führt die Lebensgeschichte von AJB fort. Es setzt ein nachdem er die Shuar verlassen hat und schildert seine Rückkehr nach El Idilio. Hier ist insbesondere auf die Veränderungen hinzuweisen, die sich in El Idilio und im Leben von AJB inzwischen vollzogen haben.

Dann wird chronologisch erzählt, wie der Protagonist entdeckt, dass er lesen kann und welche Bedeutung diese Entdeckung für ihn gewinnt. Auf der Suche nach der richtigen Lektüre gibt es verschiedenen Stationen, schließlich kommen ihm seine Fähigkeiten aus dem Leben bei den Shuar zugute, wenn er sich auf den Weg nach El Dorado macht, um die Bibliothek aufzusuchen. Hier wird wieder sehr deutlich, wie AJB alles selbst in die Hand nimmt, und mit seinen eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten in Angriff nimmt.

La vuelta a El Idilio

  • Relata los impresiones de AJB al regresar a El Idilio.
  • Compara su vuelta con su primera llegada hace años.
  • Las primeras dos páginas del capítulo (nueve párrafos) P.69, l.11 – p. 70,l.20 narran la vuelta y los cambios que percibe AJB. Se trata de una descripción objetiva o de la opinión crítica de alguien? Justifica tu respuesta analizando el estilo.

El tema de la lucha del hombre contra la naturaleza

  • Comenta la frase: „… los colonos destrozaban la selva construyendo la obra maestra del hombre civilizado: el desierto.“
  • Busca información sobre el topos (el tema) de „civilización y barbarie“ y/o sobre el „buen salvaje“. ¿Qué tienen que ver con la novela de Luis Sepúlveda?

Las elecciones presidenciales

  • Describe las elecciones en El Idilio
  • ¿Por qué son tan importantes las elecciones para AJB?
  • Explica la frase: „Era poseedor del antídoto contra el ponzoñoso veneno de la vejez.“ (p.73, l.3/4)

El viaje a El Dorado

  • ¿Qué hace AJB para conseguir libros?
  • Explica la frase „La hipotenusa es el lado opuesto al ángulo recto en un triángulo rectángulo.“ – ¿Qué significa para AJB?
  • ¿Qué le parecen los textos de historia a AJB?

 ¿Qué función tiene el cuarto capítulo dentro del libro hasta ahora?

Leitfragen zu Kapitel 1
Leitfragen zu Kapitel 2
Leitfragen zu Kapitel 3
Leitfragen zu Kapitel 5
Leitfragen zu Kapitel 6

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Leitfragen zum dritten Kapitel der Lektüre.

cap3aIm dritten Kapitel erfahren wir mehr über den Protagonisten. In weiten Teilen chronologisch wird seine Lebensgeschichte bis zu dem Zeitpunkt erzählt, an dem er das Volk der Shuar verlassen muss. Zusammen mit den Informationen, die wir aus den Szenen des ersten und zweiten Kapitels ziehen können, lässt sich Antonio José Bolívar nach der Lektüre des dritten Kapitels sinnvoll charakterisieren.

Hier die Themen und Leitfragen, mit denen ich meine SuS durch das dritte Kapitel hindurch geführt habe.

La vida de Antonio en el presente (de la novela)

  • Su manera de leer: Analiza el tercer párrafo del capítulo (p.41, l.8-13). Describe la manera en que AJB lee. ¿Cuáles son los recursos estilísticos que usa el autor? ¿Y qué función tienen?
  • ¿Qué significa leer para AJB?
  • Describe el domicilio de AJB.
  • Describe el retrato de él y su mujer.

El pasado de Antonio José Bolívar

  • ¿Por qué AJB y su mujer abandonaron su pueblo?
  • Describe la primera llegada de AJB a El Idilio.
  • Tarea creativa: Recién llegado, AJB escribe una carta a su familia.
  • ¿Cuáles fueron los problemas con que se enfrentan en El Idilio?
  • ¿Por qué AJB no vuelve a su pueblo después de la muerte de su mujer?

Su vida con los Shuar

  • Explica la frase: „Antonio José Bolívar Proaño nunca pensó en la palabra libertad, y la disfrutaba a su antojo en la selva“ (p.52, l.1-2)
  • Caracteriza el estilo de vida que se revela en la frase siguiente: „Comía en cuanto sentía hambre. Seleccionaba los frutos más sabrosos, rechazaba ciertos peces por parecerle lentos, rastreaba un animal de monte y al tenerlo a tiro de cerbatana su apetito cambiaba de opinión.“ (p. 52,l.7-14)
  • Explica la frase: „Dos colmillos secretos se encargaron de transmitirle el mensaje.“ (p.53, l.23-24)
  • Explica la visión que tiene AJB (p. 56, l.19-p.57,l.7)
  • Explica la frase: „Durante su vida entre los shuar no precisó de las novelas de amor para conocerlo. (p. 61, l.5-6)
  • Describe el contraste entre la vida de los shuar y la vida de los colonos como está descrito antes y sobre todo en p.62, l.4-25.
  • Comenta la conversación entre AJB y los shuar sobre las diferencias entre los shuar y los colonos (p.52, l.18-p.53, l.21)

El error que comete Antonio

  • ¿Por qué tiene que abandonar los shuar?
  • ¿Por qué se expulsa a una persona de una sociedad? ¿Conoces otros ejemplos?

El protagonista

  • Caracteriza al protagonista.
  • ¿Se trata de un héroe?
  • ¿Cómo te imaginas al protagonista? Si tuvieras que realizar una película basada en la novela, qué actor obtendría el papel de AJB?
  • ¿Conoces otras historias / libros / películas con protagonistas / héroes viejos?

Um dieses Kapitel, insbesondere die Regenwald-Kulisse zu veranschaulichen, habe ich viel Bildmaterial gezeigt.

Leitfragen zu Kapitel 1
Leitfragen zu Kapitel 2
Leitfragen zu Kapitel 4
Leitfragen zu Kapitel 5
Leitfragen zu Kapitel 6

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