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Archive for the ‘Neue Medien’ Category

Kleine Online-Übungen selbst erstellen. Einfach und kostenfrei. 

Die Seite learningapps.org bietet die Möglichkeit, multimediale Übungen zu erstellen. Folgende Aufgabenformate sind möglich:

Paare zuordnen, Gruppen zuordnen, auf einen Zahlenstrahl eintragen, freie Textantwort, diverse Zuordnungen Audio-Text-Bild, Multiple-Choice-Test, Lückentext.

Außerdem gibt es verschiedene Spiele wie Hangman, Kreuzworträtsel, Gruppenpuzzle und mehr.

Ich habe eine meiner analogen Übungen zu den Vergangenheitszeiten genommen und auf das digitale Format abgebildet. Grundlage sind Sätze im Pretérito Perfecto, Pretérito Indefinido und im Pretérito Imperfecto. Jeder Satz ist irgendwo in der Mitte durchschnitten, so dass in der einen Hälfte das konjugierte Verb steht und die andere Hälfte durch Adverbien, adverbiale Bestimmungen, die Syntax oder den Inhalt mehr oder weniger klar zugeordnet werden kann.

Die Tauglichkeit der Sätze habe ich schon mehrmals analog mit ausgedruckten Schnipseln in verschiedenen Lerngruppen erprobt. Jetzt habe ich die Sätze bei learningapps.org eingetippt. Leider konnte ich die Online-Übung noch nicht testen, wollte das Ergebnis trotzdem hier mal vorstellen.

https://learningapps.org/display?v=pku5voce220

Oder hier die Vollbild-Variante: https://learningapps.org/watch?v=pku5voce220

Hilfreich finde ich die Markierungen: rot für Satzanfänge und blau für die Enden. Durch die Menge der Sätze wird es am Bildschirm etwas unübersichtlich, aber mit jedem gefundenen Paar wird das Bild übersichtlicher.

Das ist jetzt erstmal ein allererster Einstieg in die Plattform. Neben vielen anderen Aufgabenformaten kann man auch einen virtuellen Klassenraum erstellen, in dem die eigenen SuS u. a. selbst Apps erstellen und bereitstellen können. Dazu hoffentlich später mehr.

Hier findet ihr ein Tutorial auf Youtube zu den verschiedenen Aufgabenformaten

Und ein Tutorial zum virtuellen Klassenraum auf learningapps.org

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Das Museum of Latin American Art in Long Beach, Kalifornien, zeigt zur Zeit eine eindrucksvolle Ausstellung über Arpilleras, gestickte Bilder, die während der Chilenischen Diktatur eine besondere Funktion hatten – und sie ist online zugänglich.

„Arpilleras sind wie gemalte Lieder“ sagte Violeta Parra, eine chilenische Sängerin und bildende Künstlerin. Die Wandbilder sind aus farbenfrohen Stoffresten genäht und gehören zur typisch chilenischen artesanía, zum Kunsthandwerk. Sie dienen allerdings nicht nur als Wandschmuck, sondern haben traditionellerweise eine politisch-gesellschaftliche Funktion: Die unter dem Militärregime nach dem Staatsstreich 1973 entstandenen Bilder erzählen von Unterdrückung, Verfolgung, Gewalt und Willkür und waren als subversiv und aufrührerisch offiziell verboten. Die Ausstellung zeigt Arpilleras, erklärt die Bilder und setzt sie in den politischen und historischen Kontext von Putsch und Diktatur.

Online-Unterricht

Wer im Unterricht vielleicht schon über Chile gesprochen hat, hat hier eine tolle Gelegenheit, mit diesen speziellen und authentischen Ressourcen das Thema zu vertiefen. Die Erläuterungen sind auf Englisch. Das könnte man dazu nutzen, die Inhalte ins Spanische sprachmitteln zu lassen.

Die Ausstellung teilt sich in folgende Abschnitte:

  1. September 11, 1973
  2. Aftermath
  3. Organized Resistance
  4. MEMCh (Movement for the Emancipation of the Chilean Woman)
  5. Arpilleras Today

Drei der Sektionen sind mit Video-Material angereichert und auf jeder Seite sind thematisch relevante Lieder zu hören.

Mögliche Aufgabenstellungen

  • Man könnte die SuS auf der Seite stöbern und Kommentare schreiben lassen (z. B. einen Blog-Artikel mit dem kostenlosen und anonymen Webtool telegra.ph)
  • Oder man beschränkt sich auf einen Teil der Ausstellung, oder sogar auf einige wenige Arpilleras um bestimmte Themen behandeln zu lassen.
  • Denkbar wäre auch, dass die SuS sich jeweils eine Arpillera aussuchen, eine Bildbeschreibung machen und/oder das Dargestellte mit dem historischen Kontext in Verbindung bringen.
  • Möglich ist auch eine Recherche bezüglich der Lieder, die auf den Seiten verlinkt sind.
  • Der Ausstellungstitel beinhaltet den Begriff der „memoria“. Da das Konzept der Erinnerungskultur den SuS vertraut sein wird, könnte man hier den Transfer zur Geschichtsaufarbeitung in Chile herstellen.
  • Sprachmittlung für einen spanischen Freund/Freundin, die Fragen hat:
    • ¿Qué tienen que ver los arpilleras con la dictadura chilena?
    • ¿Por qué se menciona las mujeres en el título de la exposición?

Link zur Online-Ausstellung

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Eine unserer aktuellen Aufgaben sehe ich darin, Übungen aus dem analogen Unterricht in Formate zu bringen, die im Online-Unterricht umsetzbar sind. Hier mal ein Versuch mit einer Übung zum Literaturunterricht in Klasse 12.

Ich habe den Roman „Un viejo que leía novelas de amor“ bereits im letzten Halbjahr durchgenommen und hatte für das achte Kapitel eine Übung vorbereitet, in der die SuS zwanzig Sätze aus dem Kapitel in die richtige Reihenfolge bringen mussten. Die Sätze hatte ich ausgedruckt und auseinander geschnitten. Die Schnipsel (ursprünglich 30) wurden unter den SuS verteilt und alle mussten kooperativ arbeiten: ihre Sätze vergleichen, in den Kontext bringen und auf einem Tisch in der richtigen Reihenfolge auslegen.

Nun habe ich versucht, diese Übung als kleine App unter learningapps.org für den Online-Unterricht umzusetzen. Im Moment sieht das so aus:

Ist noch nicht optimal, der Platz ist eindeutig zu knapp für soviel Text, auch wenn man durch Klicken jeden Text nach vorne holen kann. Ausprobieren könnt ihr die Aufgabe hier:

https://learningapps.org/11289229

Die Schrift kann ich leider nicht verkleinern. Ich probiere weitere Formate dieser Plattform für andere Übungen aus und berichte hier weiter von meinen Ergebnissen 🙂

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Padlet ist eine digitale Pinnwand, auf der eine Lerngruppe Beiträge digital sammeln und organisieren kann, so wie ich das herkömmlicher Weise im Klassenraum mit Beiträgen an der Tafel mache.

Ich nehme an, für die meisten von uns ist es im Moment eine wichtige Frage, wie wir bestimmte Unterrichtsabläufe online abbilden können. In manchen Fällen ist das einfach (wie z. B. schriftliche Aufgaben einfordern und korrigieren), in anderen Fällen muss man sich nach geeigneten Tools umsehen.

Bei dem kostenlosen Webservice Padlet handelt es sich, grob gesagt, um ein digitales schwarzes Brett, auf dem verschiedene Nutzer Beiträge anpinnen können. Man kann die Inhalte in unterschiedlicher Weise strukturieren und so kollaborativ Wissen sammeln und systematisieren. Zur Funktionsweise empfehle ich ein Video-Tutorial.

Padlet dient meiner Meinung nach gut dazu, gemeinsam online ein Tafelbild zu erstellen. Am Ende hat man ein übersichtliches, für alle jederzeit zugängliches Repositorium von Gedanken, Begriffen, Bildern etc.

Dabei hat ein Padlet folgende Pluspunkte gegenüber dem analogen Tafelbild:

  • Das Padlet bleibt online für alle zugänglich.
  • Man kann die Autoren jedes einzelnen Beitrages ein- oder ausblenden.
  • Neben Textbeiträgen können auch Bilder, Videos oder Links gepinnt werden.
  • Man kann einzelne Beiträge beliebig an der Pinnwand verschieben.
  • Eine Kommentarfunktion kann aktiviert werden, so dass Beiträge von anderen ergänzt oder hinterfragt werden können.
  • Ein Padlet kann jederzeit auf „Nur lesen“ geschaltet werden, so dass keine nachträglichen Veränderungen vorgenommen werden können.
  • Bei Bedarf werden die Beiträge erst nach Freigabe durch einen Moderator veröffentlicht.

Ich habe das Buch „Un viejo que leía novelas de amor“ schon im vergangenen Halbjahr gelesen. Um die Möglichkeiten und Funktionsweise des Tools auszuprobieren, habe ich jetzt angefangen, ein Padlet dazu zu erstellen:

 

Padlet: Un viejo que leía novelas de amor

Diese Pinnwand dient im Moment ausschließlich Demonstrationszwecken und ist auf „Nur lesen“ geschaltet. Ich habe darauf verzichtet, SuS miteinzubeziehen, und habe auch nur einen Bruchteil des im vergangenen Halbjahres erarbeiteten Materials eingepflegt, aber ich denke, am Beispiel wird deutlich, wie man die Anwendung benutzen kann.

Einsatz im Online-Unterricht

Wenn ich dieses Padlet im Online-Unterricht gemeinsam mit der Lerngruppe füllen wollte, würde ich zunächst nur die Spalten anlegen. Dann könnte ich verschiedene SuS mit dem Bearbeiten einzelner Spalten beauftragen: Z. B. könnten immer zwei SuS gemeinsam die Stichpunkte zu einem Kapitel zusammentragen. Die Zitate und Symbole würde ich wahrscheinlich von allen gemeinsam füllen lassen, weil hier um individuelle und vielfältige Ideen gefragt sind.

Bei den Spalten „Temas“ und „Citas favoritas“ habe ich zu den meisten Einträgen Fragen oder Arbeitsaufträge hinzugefügt. Hier könnten die SuS sich beispielsweise drei Aufgaben auswählen, die sie bearbeiten wollen und mithilfe der Kommentarfunktion ihren Namen eintragen. Hier müsste man klären, ob die Antworten auch in das Padlet sollen oder dann als separates Dokument abzugeben sind.

Differenzierung ist leicht möglich, indem man Spalten, die mehr Textarbeit erfordern, anderen SuS zuteilt als Spalten, deren Inhalt rein reproduktiv sind oder mit Bildern gefüllt werden können. Das würde dann vom Prinzip her funktionieren wie eine Differenzierungsmatrix.

Falls jemand von euch dieses Padlet mit den Inhalten gerne für sich nutzen möchte, sollte es möglich sein, über den Button „Remake“ sowohl Design als auch Inhalte zu kopieren und dann mit eigenen Inhalten zu ergänzen.

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Der Artikel zum ist jetzt schon fünf Wochen alt, wird aber wohl noch eine ganze Weile sehr aktuell bleiben. Es handelt sich um einen Erste-Hilfe-Plan für die Ad hoc-Umstellung auf Online-Lehre.

Dr. Anja C. Wagner, Fachfrau für innovative Bildung, kreative Trendsetterin für den Bereich globaler Transformation im digitalen Wandel und selbsternannte „Bildungsquerulantin“ hat Mitte März aus aktuellem Anlass Empfehlungen für Bildungseinrichtungen zusammengestellt – zur groben Orientierung und als Leitplanken für die kommende Zeit.

Der Artikel „Wie geht Online-Lehre quick and dirty?“ strukturiert übersichtlich und nachvollziehbar die Gedanken und Schritte in der Umstellung auf Online-Unterricht in einer Schule oder Hochschule. Insgesamt richtet sie sich dabei eher an die Administratoren und Unterrichtsplaner, trotzdem würde ich den kurzen Text allen empfehlen.

Speziell an uns LehrerInnen, die wir die Dinge umsetzen müssen, richtet sich der Abschnitt „Regelbetrieb“, in dem Anja C. Wagner erklärt, wie man einen Tag Online-Unterricht strukturieren kann. Dabei geht es nicht um konkrete Aufgaben oder Apps, sondern um die Organisation des Unterrichts.

Erhellend fand ich zum selben Thema das Interview mit Anja C. Wagner im Soziopod: https://youtu.be/vUgCclcb_J4

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Ein Brief in Zeiten von Covid-19 an das zukünftige Ich: Gedanken zweier spanischer Studentinnen darüber, was sich verändert hat, wie wir selbst uns verändern, und was wir vielleicht mitnehmen können aus der Situation.

Ja, wir haben Lehrpläne und Stoff, den wir durchziehen müssen, und das ist unter den aktuellen Umständen nicht einfach. Aber da wir uns gerade alle zusammen in dieser Ausnahmesituation befinden, Lehrende wie Lernende, in Deutschland wie auch in Spanien und überall, sollten wir auch das in den Unterricht miteinbeziehen.

Viele von euch machen das sicherlich schon, aber für manche von uns bedeutet es eine gewisse Sicherheit innerhalb all der Unwägbarkeiten, sich an vorgegebenen Unterrichtsinhalten entlang hangeln zu können. Gerade wenn die Darreichungsform schon ungewohnt ist, scheuen wir uns davor, uns auch noch inhaltlich auf unbekanntes Terrain zu wagen. Das kann ich sehr gut nachvollziehen, und trotzdem möchte ich euch ermutigen, die gegenwärtige Lage und Lebenswirklichkeit der SuS miteinzubeziehen und mit den Lehrplänen hier und da flexibler umzugehen.

Das folgende Video wurde von zwei spanischen Studentinnen erstellt und reflektiert die sozialen und psychischen Belastungen der Covid-19-Pandemie. Sicherlich finden sich die meisten von uns in der einen oder anderen Form in diesem „Brief an mein Ich in einigen Monaten“ wieder. Über manche Dinge kann man sicherlich auch kritisch diskutieren.

An dieses Video lassen sich verschiedene Aufgaben im Rahmen des Online-Unterrichts anschließen, hier nur einige spontane Anregungen:

  • Viendo el video ¿te conmueve? ¿Que te afecta más, el texto o las imágenes? ¿Y qué parte, en especial?
  • Resume los puntos esenciales de este video.
  • ¿Qué es la intención de las autoras del video?
  • Completa la frase: „Si, hace tres meses, yo hubiera sabido que esto pasaría, …
  • Redacta una carta a tu „yo dentro de unos meses“.
  • Después de todo eso: ¿Qué cambiará para tí? ¿Qué cambiará para otras personas? ¿Qué debería cambiar?

Hier noch die Version mit englischen Untertiteln: https://www.youtube.com/watch?v=vYFn_s8tyaM

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„Kleine Lektüren großer Autor*innen“ – Unter dem Titel haben die Bibliotheken des Instituto Cervantes in Deutschland spanischsprachige Autorinnen und Autoren eingeladen, zum gestrigen Welttag des Buches (23.März) online aus ihren Werken zu lesen.

In aller Kürze stellen sich sieben AutorInnen aus Spanien, Mexiko und Uruguay vor, gehen darauf ein, wie sie die aktuelle Ausgangssperre erleben und lesen dann einen kleinen Ausschnitt aus einem ihrer Bücher. Die kleinen Lesungen (jeweils zwischen drei und fünf Minuten) sind auf YouTube nachzuhören.

Jede Lesung ist natürlich eine Literaturempfehlung und macht Lust auf die Lektüre. Darüber hinaus vermitteln die Lesungen, wie so viele Online-Veranstaltungen in diesen Tagen, das Gefühl, dass wir alle gemeinsam in dieser Situation sind und lassen uns virtuell ein Stück näher zusammen rücken.

Und für den Online-Unterricht?

  • Da die einzelnen Beiträge sehr kurz sind und spanische Untertitel haben, eignen sie sich für fortgeschrittene SuS zum Training des Hör-Seh-Verstehens.
  • Natürlich lassen sich daraus gut kleine Aufgaben stricken: Z. B. suchen sich die SuS (einzeln oder in Gruppen) einen der Beiträge aus, recherchieren über den Autor / die Autorin und suchen weitere Informationen über den Titel.
  • Die Ergebnisse können entweder schriftlich formuliert werden (in der Gruppe als kollaboratives Dokument) oder ebenfalls als 3-Minuten-Video erstellt werden.
  • Man könnte im Sinne des selektiven Verstehens den Fokus z. B. auf die Pandemie legen und aus jedem Video nur die Informationen heraussuchen lassen, die wir über die aktuelle Situation des Autors oder der Autorin während der Ausgangssperre erfahren und dann die einzelnen Aussagen miteinander vergleichen lassen.
  • Oder man pickt sich ein Video heraus und geht mehr in die Tiefe: Fernando Aramburu liest beispielsweise eine Textstelle, die die er selbst als „homenaje a mi lengua materna“ bezeichnet. In den Zeilen erwähnt er spanischsprachige Autoren und geographische Regionen und verwendet Metaphern und Anspielungen auf literarische Werke. Man könnte eine Aufgabe formulieren, in der die SuS Informationen über die genannten Autoren und Gegenden sammeln sollen. Noch etwas anspruchsvoller wäre der Versuch, den einzelnen Metaphern und Anspielungen auf die Spur zu kommen und zu erklären, was der Autor hier eigentlich über die spanische Sprache sagen will.

Die Namen der vertretenen AutorInnen: Pablo d´Ors, Antonio Ortuño, Rosa Ribas, Javier Cercas, Jorge Zepeda, Fernando Aramburu und Mercedes Rosende

Ankündigung auf der Seite des Instituto Cervantes

Nachzuschauen auf YouTube

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„See how people really live.“ So überschreibt das Projekt „Dollar Street“ seine Website. In einem ständig fortlaufenden Prozess werden Bilder von Menschen auf der ganzen Welt gesammelt, welche die Lebensbedingungen in Abhängigkeit der Nationalität und des Einkommens möglichst anschaulich dokumentieren sollen.

„Ersetzen Sie den Sombrero durch Dollar Street!“ So fordert Hans Rosling, der Autor des Sachbuch-Bestsellers Factfulness (2018) Lehrerinnen und Lehrer auf, die Website Dollar Street in ihren Unterricht einzubeziehen.

Die Idee hinter dem Projekt ist es, zu zeigen, dass es viele Ähnlichkeiten zwischen Menschen auf der ganzen Welt gibt. Beim Betrachten der Bilder finden wir viel Vertrautes über die Kulturen hinweg.

Die Seite enthält aktuell über 30.000 Fotos von 264 Familien in 50 Ländern. Die Fotos zeigen Alltagsgegenstände wie beispielsweise Zahnbürsten, Schuhe, Herde und Türschlösser. Sortiert sind die Familien und ihre Haushalte entsprechend dem Monatseinkommen, das der Familie zur Verfügung steht.

Die Fotos können auf unterschiedliche Weise dargestellt und sortiert werden: Man kann sich z. B. Haushalte mit unterschiedlichem Einkommen eines Landes, eines Kontinents oder weltweit anzeigen lassen; man kann einen Haushaltsgegenstand in verschiedenen Haushalten vergleichen; man kann sehen, wie Familien mit demselben Einkommen in verschiedenen Ländern leben.

Dabei gibt es Aufnahmen, die Aufschluss über den technischen Standard geben, wie z. B. die Netzschalter:dollarstreet netzschalter

Dabei sind die Familien immer von links nach rechts nach ihrem Einkommen in aufsteigender Reihenfolge sortiert.

Ungeachtet des Namens der Seite wird deutlich, dass Geld nicht alles ist. Es gibt Bilder, die die menschlich-emotionale Dimension verdeutlichen: wunderbare „Familien-Schnappschüsse“, „Dinge, von deren Besitz ich träume“ oder „Spielzeug“:

dollarstreet spielzeugZunächst möchte ich diese Seite gerne teilen und verbreiten, weil ich sie beeindruckend und lehrreich finde. Die ungewöhnlichen Einblicke in unterschiedlichste Familien und Lebensumstände haben mich sehr berührt.

Darüber hinaus denke ich, dass Rosling recht hat, wenn er sich von Lehrer*innen wünscht, im landeskundlichen Teil ihres Unterrichts überholte Stereotypen wie „den Sombrero“ einzutauschen gegen echte Menschen und ihre Leben.

Was kann das für den Spanischunterricht bedeuten? 

Aus dem spanischsprachigen Raum sind Familien aus Spanien, Bolivien, Kolumbien, Mexiko und Peru zu sehen. Man kann diese Bilder nutzen für Landeskunde Spaniens oder Lateinamerikas und die SuS selbständig die Möglichkeiten dieser Seite entdecken lassen. Oder man gibt ganz konkrete Aufgaben, wie z. B.

  • Vergleiche die Zahnbürsten, Radios und Haustüren der ärmsten und der reichsten Familien in Lateinamerika. (Hier kann man prima den Komparativ und Superlativ üben.)
  • Bilder der Rubrik „Cosas que sueño tener“ anschauen und Konditionalsätze bilden: Si tuviera dinero …
  • Bilder der Rubrik „Las cosas importantes que planeo comprar pronto“ betrachten und Sätze im Futuro oder Futuro inmediato bilden lassen.
  • Bilder der Rubrik „Muebles comprados recientemente“ ansehen und Sätze im Pretérito perfecto bilden lassen (ggf. wegen der Gleichförmigkeit von „han comprado“ noch ergänzen mit „… y ahora pueden …“)
  • Vergleiche die Herde in Kolumbien mit denen in Spanien. (Leider gibt es bisher noch keine Fotos aus deutschen Haushalten.)
  • Die Rubrik
  • Beschreibe Straßenansichten aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas.
  • Beschreibe 6 Gegenstände einer mexikanischen Familie.
  • Die Seite kann man sich auf Spanisch anzeigen lassen, dann können anhand der Haushaltsgegenstände, die alle beschriftet sind, Vokabeln gelernt werden.
  • Kreative Texte schreiben lassen: einen Brief, Tagebucheintrag oder eine Geschichte aus der Perspektive einer Person aus einer bestimmten Familie schreiben lassen.
  • Macht Fotos aus eurem eigenen Haushalt und vergleicht die Bilder.
  • Oder man verwendet einzelne Bilder der Seite für eigene Aufgaben.

Wichtig zu wissen: Das Material (Texte und Fotos) ist unter der Creative Commons Lizenz 4.0 lizensiert, das heißt, dass du die Bilder weiterverwenden, bearbeiten und teilen darfst.

Unter dem Menüpunkt „Wie kann ich helfen?“ findet man verschiedene Möglichkeiten, zum Projekt beizutragen: unter anderem Fotos machen, Texte schreiben und übersetzen. So etwas könnte man als Projekt für einen Kurs anbieten.

Speziell als Lehrer*in kann man beitragen, indem man Unterrichtsmaterialien ausprobiert oder eigene entwickelt. Diese Materialien habe ich mir noch nicht angesehen, Informationen dazu finden sich auf der Site der unabhängigen schwedischen Stiftung Gapminder.

Allerdings …

Sicherlich muss man immer wieder darauf hinweisen, dass die Familien zufällig ausgewählt wurden. Dollar Street hat nicht den Anspruch, repräsentative Bilder zu zeigen. Es sind Bilder von Familien, die sich einverstanden erklären, ihr Zuhause zu zeigen und es ist eine Zufallsauswahl. Eine Familie, die für ein Land am rechten Ende der Dollar Street steht, ist deshalb nicht die Familie mit dem höchsten Einkommen des Landes, sondern eben nur von denjenigen, die sich haben fotografieren lassen.

Außerdem finden sich keine Zeitangaben, die besagen, wann die Bilder aufgenommen wurden. Ich konnte daher auch nicht feststellen, ob tatsächlich weiterhin Bilder eingestellt werden.

Trotz dieser Einschränkungen ist Dollar Street eine facettenreiche Seite und bietet eine große Menge an Material. Sicher fallen euch noch ganz andere Möglichkeiten der Nutzung ein.
Ich würde mich freuen über eure Ideen in den Kommentaren!

 

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Die chilenische Serie „Una historia necesaria“ verarbeitet in 16 Kurzfilmen die Schicksale von Menschen während der Militärdiktatur. Die Episoden basieren auf Berichten von Hinterbliebenen und offiziellen Dokumenten und behandeln in jeweils ca. 5 Minuten verschiedene Aspekte des totalitären Regimes unter Augusto Pinochet.

In der Stufe 11 arbeite ich dieses Schuljahr ohne Lehrbuch und ich probiere verschiedene Themen und unterschiedliches Material aus. Zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien haben wir über die chilenische Militärdiktatur gesprochen. Einen ersten Zugang bildete eine stark verkürzte Version des cuento „La composición“ von Antonio Skármeta. Von da aus haben wir uns über einige Sachtexte die wesentlichen Hintergrundinformationen und das entsprechende Vokabular erarbeitet (siehe den Post „Arbeiten mit Mindmaps„).

So vorbereitet, habe ich eine Folge der Kurzfilm-Reihe „Una historia necesaria“ gezeigt. In nicht einmal vier Minuten wird erzählt, wie der 26jährige Jorge D’Orival zum letzten Mal von seiner Familie gesehen wird. Angehörige der DINA bringen ihn, von Folter bereits deutlich gezeichnet, zu seinem Haus. Die verzweifelte Mutter darf ihren Sohn wenige Minuten im Auto der Geheimpolizei sehen. Dann schlägt man der Mutter vor, den Sohn gegen seinen Bruder Antonio auszutauschen. Gleichzeitig sieht man, wie es Antonio gelingt, über die Gartenmauer des Hauses zu entkommen. Die Episode zeigt das Vorgehen der DINA: Menschen werden unter Druck gesetzt, emotional erpresst, ihre Gefühle ausgenutzt und Familienmitglieder gegeneinander ausgespielt.

Ich habe die Episode einmal ohne Untertitel gezeigt, erste Kommentare gesammelt und sie dann ein zweites Mal mit spanischen Untertiteln gezeigt. Nach Klärung des Inhaltes habe ich einige Minuten offen diskutieren lassen. Sowohl der Inhalt als auch filmische Techniken wurden kommentiert; im Anschluss habe ich etwas zur Produktion erzählt.

Der nächste Arbeitsschritt bestand darin, ein Resumen der Folge anzufertigen. Die von Prosatexten bekannte (und an der Kurzgeschichte „La composición“ beispielhaft geübte) Textsorte musste auf den Kurzfilm übertragen werden.

Möglichkeiten, mit der Episode weiterzuarbeiten

  • In einem spielfreudigen Kurs kann man eine an das Geschehen des Films anschließende Szene spielen lassen, in der die zurückgebliebenen Familienmitglieder sich unterhalten.
  • Die SuS können in einem testimonio die Geschichte rückblickend aus der Perspektive der Mutter, der Schwester oder des Bruders erzählen. (Die Bedeutung des „testimonios“ sollte hier vorher besprochen werden.)
  • SuS können den Namen des Opfers Jorge D’Orival recherchieren oder die Namen der Täter, die am Ende der Episode gezeigt werden.

Man kann eine der kurzen Folgen auch für eine Klausur verwenden Ich habe zu Beginn der Klausur die Folge 13 zwei Mal mit Untertiteln gezeigt und dann mit der Aufgabenstellung ein Transkript der Episode verteilt. Mögliche Aufgabenstellungen: Anfertigung einer Zusammenfassung; Fragen zum Seh-Hör-Lese-Verstehen; kreative Aufgabe.

Informationen zur Serie

Die Serie ist erstmalig am 11. September 2017 im chilenischen Fernsehen ausgestrahlt worden, genau 44 Jahre nach dem Militärputsch. Im Oktober 2018 erhielt sie einen Emmy International. Der Regisseur Hernán Caffiero hat in den 16 voneinander unabhängigen Episoden unterschiedliche Perspektiven und Ausschnitte seines Sujets gewählt. Zwar geht es immer um Opfer, aber mal steht ihre eigene Geschichte im Vordergrund, mal die der Hinterbliebenen. Mal geht es um die Suche nach den Verschwundenen, mal darum, wie ein Weiterleben möglich ist, mal um die Aufklärung Jahrzehnte später. Manche Episoden sind voll von expliziter Gewalt und Sadismus, andere fokussieren mehr oder weniger subtil die psychische Grausamkeit und das perfide systematische Vorgehen der Geheimpolizei – und die Auswirkungen auf Familien und die gesamte Gesellschaft.

In einem Interview betont Caffiero die „la necesidad que todavía tenemos como sociedad de hacernos cargo de nuestra historia, no sólo para quienes la vivimos, sino que principalmente para aquellos que no, y por ende, no han proyectado emocionalmente lo que la dictadura significó para Chile“ (nachzulesen in El mostrador). Das hebt einen bestimmten Umgang mit der eigenen Geschichte hervor, den im Unterricht zu thematisieren, sich ebenfalls lohnen würde.

Episoden, die sich zur Vertiefung bestimmter Aspekte eignen

Episode 4: Einem jungen Rekruten der FACH (Fuerza Aerea de Chile) wird es zum Verhängnis, dass er Verhafteten hilft.

Episode 5: Die Episode zeigt zum einen die Willkür der Verhaftungen und zum anderen, wie die Trauer der Hinterbliebenen mit Füßen getreten wird.

Episode 13: Aus der Perspektive eines jungen Mädchens wird die Suche nach dem Vater gezeigt.

Episode 16: Im Mittelpunkt steht Ana Gonzalez, die nach dem Verschwinden ihrer Tochter und ihres Mannes ihren Enkel aufzieht. Sie ist für den Rest ihres Lebens auf der Suche nach ihrer Tochter, nach der Wahrheit und nach Gerechtigkeit. Sie ist dabei nicht allein, sondern Teil der Bewegung „¿Dónde están?“, in der unzählige Chilenen nach den Detenidos Desaparecidos suchen.

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Es ist keine neue Idee, aber ich habe dieses Jahr zum ersten Mal in einer der letzten Stunden vor den Weihnachtsferien über die Lotería de Navidad gesprochen. Damit habe ich gleichzeitig Landeskunde betrieben, das Hör-Seh-Verstehen geschult, Sprechanlässe geschaffen und Vorweihnachtsstimmung verbreitet – mehr kann man nicht erwarten so kurz vor den Ferien.

Ich wollte mit der Stufe 11 Neubeginner (3. Fremdsprache) nach viel Grammatik in den letzten Wochen einen netten, grammatikfreien Jahresausklang. Dabei bin ich das Thema komplett lehrerzentriert angegangen und habe zunächst die Bedeutung der Lotería de Navidad erklärt. Hätte ich mich nicht so spontan erst kurz vor der Stunde für das Thema entschieden, hätte ich einen anderen Einstieg gewählt und dem Kurs zB einen Décimo gezeigt und die SuS mutmaßen lassen, worum es sich handelt. Mithilfe der unten stehenden Seiten kann man dann die Vermutungen stützen oder korrigieren.

Im Mittelpunkt meiner Stunde standen eigentlich die Anuncios, die Werbefilme, die alljährlich die Lotterie recht unterhaltsam bewerben. Wir haben uns den Anuncio dieses Jahres angesehen. Daran wurden viele weitere Aspekte der Lotterie deutlich. Im Anschluss haben wir noch den Anuncio von 2015 gesehen.

Der Anuncio 2018 entfaltet einen besonderen Witz, wenn man den Film „Groundhog Day“ („Und täglich grüßt das Murmeltier“) kennt. Meinen SuS war der Film aus dem Jahr 1993 zwar komplett unbekannt – trotzdem mochten sie den Anuncio. In jedem Fall wird die leicht hysterische Begeisterung für die Lotería in Spanien sehr deutlich und außerdem verbreitet er in typischer Weihnachtsfilmmanier viel sentimentales Miteinander.

Der Anuncio 2015 ist ein animierter Film ohne Text, den den SuS noch besser gefiel. Er bietet Sprechanlässe und man kann herausarbeiten, wie das Glücksspiel zum Gemeinschaftserlebnis wird und Gruppen verbindet.

Die Stunde war eine gelungene vorletzte Stunde – in der letzten haben wir Polvorones gebacken 🙂

 

 

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