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Archive for the ‘Comic’ Category

Veranstaltungshinweis: André Höchemer spricht über spanische Comics in Deutschland.

Am Donnerstag, den 19.Januar um 18 Uhr beginnt der zweite Tag des 3. Festivals Grafisches Erzählen im Literaturhaus Nordhessen mit einem Vortrag über Rezeption und Einfluss spanischer Comics in Deutschland. Der Referent André Höchemer ist Deutscher, lebt aber seit fast 20 Jahren in Valencia. Mir ist er bekannt durch seinen Blog Diario de un alemol, in dem er Betrachtungen über die Kultur und Sprache anstellt, für die er mittlerweile zum Kenner geworden ist, ohne den Blick von außen völlig verloren zu haben.

Es folgen Vorträge über Comics in Deutschland und die Comic-Szene in der Türkei.

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Wie unsere Schüler die Neuen Medien nutzen, um fremde Sprachen zu verstehen und zu übersetzen – und was wir damit anfangen können.

In seinem Vortrag auf den Jornadas Hispánicas lotet Daniel Cassany die Möglichkeiten und Anforderungen des modernen Fremdsprachenunterrichtes aus – vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Neuen Medien. Sein Ausgangspunkt ist es, dass es sich bei unsere SuS um Digital Natives handelt. Er fragt also, welche Tools sie privat verwenden und wo Schnittpunkte liegen zwischen ihren Interessen und Lernanlässen.

Aus der Fülle von Daten, Erhebungen und Informationen des Vortrags interessiert mich vor allem ein Thema: das Übersetzen. Hier beschreibt Cassany zwei Phänomene: Scanlation und Fansubbing.

Scanlation

Die Zusammenziehung aus „Scan“ und „Translation“ meint das Scannen, Bearbeiten, Übersetzen und Verbreiten von Comics durch Fans – sowohl den Prozess als auch das Produkt dieser Arbeit. Zum großen Teil handelt es sich dabei um Mangas und in der Regel sind die Ergebnisse aus urheberrechtlichen Gründen illegal. Da aber die Autoren normalerweise ein Interesse daran haben, dass ihre Comics sich international verbreiten, werden diese Projekte geduldet, solange es keine offizielle Übersetzung in der jeweiligen Sprache gibt.

Fansubbing

Subbing meint das Erstellen von subtitles; Fansubbing ist also die Untertitelung von Filmen und Serien durch Fans. Seit den 1980er Jahren übersetzen Fans Film- oder TV-Produktionen, häufig Animes. In den 90er Jahren hat sich das Subbing dann ins Internet verlagert, wo man auch gemeinschaftlich an einem Text arbeiten kann. Im Internet gibt es zahlreiche Gruppen für Scanlation und Fansubbing.

Übersetzungsstrategien

Was mich daran besonders interessiert, sind die Vorgehensweisen, die sich bei dieser Art des Übersetzens entwickeln, insbesondere, wenn es sich um eine Ausgangssprache handelt, die man kaum oder gar nicht beherrscht. Cassany identifiziert folgende Strategien:

  • Drittsprache: bei vorliegender Parallelübersetzung in einer anderen Sprache
  • Rückübersetzung: Hin- und Rückübersetzung mit elektronischem Übersetzer
  • Google Images (oder chinesische Suchmaschine Baidu): aufschlussreich bei Gegenständen
  • Wikipedia: für Konzepte oder Begriffe, die Teil unserer Lebenswirklichkeit sind, aber (noch) nicht im Wörterbuch stehen

Speziell beim Hörverstehen von Audiovorlagen (Fansubbing):

  • Original in reduzierter Geschwindigkeit hören
  • Beim Zuhören auf einzelne Morpheme achten
  • Bei schwer identifizierbaren Wörtern die „Meinten Sie vielleicht“-Funktion von zB Google oder Wordreference in jeweiliger Sprache verwenden

Je nach Ausgangssprache gibt es unterschiedliche Online-Tools, die beim Übersetzen weiterhelfen. Wenn man SuS hat, die sich für Comics/Mangas oder exotische Serien/Anime begeistern, kann es lohnend sein, die Eigenmotivation zu nutzen und sie vor die Aufgabe zu stellen, Textauszüge in ihre Muttersprache zu übersetzen.

In einem Projekt meines Seminarfachs „Übersetzung“ wird beispielsweise ein chinesischer Schüler mit der Hilfe eines deutschen Mitschülers Mangas ins Deutsche übertragen.

Einsatz im Spanischunterricht

Für den Spanischunterricht müsste man nicht-übersetzte spanischsprachige Comics oder YouTubes suchen, die von SuS ins Deutsche übertragen werden. Lerneffekte:

  • kulturelles Lernen (gerade beim Comic sind Umgangs- und Alltagssprache vorherrschend)
  • Entwickeln eigener Strategien
  • forschendes Lernen
  • Medienkompetenz

Weiterlesen zum Thema:

  • Inside Scanlation informiert über Entstehung, Geschichte und Hintergründe von Scanlation und listet Gruppen und Projekte.
  • fansubDB ist eine aktive Plattform für deutsche Übersetzungen

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Cartoons lassen sich prima als Sprechanlass im Sprachunterricht nutzen. Ein Blog sammelt die kleinen Bildergeschichten und Witze nicht nur, sondern kategorisiert sie nach ihren sprachlichen Eigenheiten und Einsatzmöglichkeiten zum Spanisch lernen.

„Aprende español con mucho humor“ klingt – zumindest in meinen deutschsprachigen Ohren ein bisschen piefig, der Blog erweist sich aber als eine wahre Fundgrube für Bilderwitze und kleine Bildergeschichten – immer gleich mit der möglichen didaktischen Nutzung im Blick.

Es gibt Zeichnungen, die mit einzelnen Wörtern auskommen und durchaus auch schon für Anfänger/innen im ersten Lernjahr geeignet sind. Das Bild von zwei kleinen Handys, die auf ein behäbiges rosa Wählscheibentelefon zugerannt kommen und „Abuela!“ rufen, habe ich gerade in der Klasse 6 (erstes Lernjahr) nach einer kleinen Einheit über die Familie eingesetzt. Ich habe das Bild als Impuls zum Stundeneinstieg verwendet und auf Reaktionen gewartet. Da das Wort „el móvil“ immer schon in den ersten Einheiten eingeführt wird und „el teléfono“ sich von selbst versteht, ist eine kleine Beschreibung leicht möglich.

Die Unterscheidung „viejo/antiguo“ bzw. „jóven/nuevo“ lässt sich hier einführen, ohne dass abstrakte Erklärungen nötig wären. Der Hinweis auf die unterschiedlichen Bereiche „Mensch/Technologie“ genügt eigentlich. Die Thematik wiederholt sich in einem anderen Cartoon, der den Gebrauch des Pretérito Imperfecto veranschaulicht (daher für zweites oder drittes Lernjahr).

Die Cartoons sind nach linguistischen Phänomenen (zB adverbios, preposiciones, gerundio, condicional, estilo indirecto, falsos amigos, léxico) und nach Thematik (zB familia, comida, días, ropa) getaggt, aber wer die Zeit hat, sollte unbedingt einfach mal durchbrowsen, denn es sind sehr nette Exemplare dabei.

Einige meiner favoritos:

  • Das Bild von einem Jedi, der mit seinem schweizer Multifunktions-Laserschwert ein Stück Käse bedroht. Die Unterschrift: „Si los jedi fueran suizos“ ist nicht nur witzig, und grammatikalisch relevant, sondern bietet sich an für Abwandlungen. Können wir uns Jedi-Ritter anderer Nationalitäten vorstellen? Welche Klischeevorstellungen werden wachgerufen, wenn wir uns zB einen mexikanischen, niederländischen, französischen oder japanischen Jedi-Ritter vorstellen?
  • Das Foto von einem schlafenden Entenküken habe ich schon zum Unterrichtseinstieg verwendet. Der Text enthält zwei Indefinido-Formen und ist aufgrund des Fotos gut zu verstehen. Außerdem enthält er die Form „se durmió“, die man wahrscheinlich klären muss. Auch hier ist die Lebenswirklichkeit berücksichtigt und im Gespräch über den Text sollte das Wort „la excusa“ fallen. Ojo: über dem „durmió“ fehlt auf dem Foto der Akzent! – Den muss man entweder nachtragen – oder man lässt ihn stehen und die SuS müssen den Fehler finden.
  • Und gleich beim Konjugieren in den ersten Stunden kommt Bruce Lee bei mir zum Einsatz.

Das ist nur eine kleine Auswahl. Gerade zum Imperativ und zum Subjuntivo gibt es viele gute Beispiele, die ein anschauliches Anwendungsbeispiel darstellen und gleichzeitig einen Redeanlass bieten.

Ich nutze die Cartoons zB als Stundeneinstieg, um auf entspannte Art zum Stundenthema hinzuführen. Mit einigen Geschichten kann man sich aber auch länger aufhalten. Eine Möglichkeit ist eine kreative Auseinandersetzung mit dem Bild, indem der Text gelöscht wird. Das geht zB mit dem Bild, auf dem Jaime eine Nachricht unter der Tür durchgeschoben bekommt. Der Witz verbirgt sich in der Bildunterschrift, in der wir erfahren, dass es sich um die Tür vom Kleiderschrank handelt. Wenn man die Schrift löscht, kann man die SuS eine neue Bildunterschrift erfinden lassen. Oder man lässt die Schrift stehen und lässt sie den Wortlaut der ominösen Botschaft aus dem Kleiderschrank erfinden.

Oder die SuS müssen Sprechblasen füllen, die ich vorher geleert habe, wie zB in dem Comic, in dem Schneewittchen einen Apfel angeboten bekommt: Was antwortet sie wohl?

Weil die kurzen Äußerungen witzig sind und außerdem mit Bildern verbunden, bleiben den SuS ein einziger dieser Sätze (und seine Grammatik) oft besser im Gedächtnis als 100 Übungssätze zum selben Thema.

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